Rhizotech, Gänsemarkt 10, 37120 Bovenden, Tel.: 05593-937760, Fax: 05593-937765 contact@rhizotech.de

Home Nach oben Inhalt

Klärschlammvererdung
Referenzl. Klärschlamm

 

Klärschlammvererdung Pflanzenkläranlagen Versickerungsmulden Mischwasserbiotope Schwimmteiche Industrieabwasser Dachbegrünung Schwimminseln

   
Klärschlammvererdungsanlage Naumburg

Schilfbepflanzte Klärschlammvererdungsbecken

Kurzbeschreibung Klärschlammvererdung:

Anaerob oder aerob stabilisierter Klärschlamm wird periodisch auf schilfbepflanzte Trockenbeete aufgebracht. Die Pflanzen durchwurzeln und durchwachsen den aufgelandeten Schlamm und gewährleisten eine beschleunigte Schlammentwässerung und -mineralisierung. Die Wasserabgabe erfolgt über Verdunstung und vor allem über Dränagen, die auf den foliengedichteten Beetsohlen liegen. Es erfolgt eine Volumenreduzierung der aufgebrachten Nassschlämme um ca. 90 %. Die Schilfbeete werden etwa 8 - 12 Jahre ohne Räumung betrieben. Je nach Verwendungszweck kann die Klärschlammerde dann nachkompostiert, direkt landwirtschaftlich oder thermisch verwertet werden oder zur Rekultivierung und im Landschaftsbau Verwendung finden.

Die Rolle der Schilfpflanzen

Der Klärschlamm erfährt in den Trockenbeeten im Laufe der Zeit eine tiefgreifende und nachhaltige Umwandlung in ein immer bodenähnlicheres Substrat. Hierfür sind u.a. die folgenden Vorgänge im Wurzelraum der Pflanzen verant­wortlich:

     Schilf trägt über den Halm Luftsauerstoff in den Wurzelraum ein, wodurch sich hier eine außerordentlich zahlreiche und mannigfaltige Bakterienwelt einstellt, die zum Abbau der organischen Substanz führt (Mineralisation). Die Schilfbepflanzung intensiviert die mikrobiologische Aktivität (Ab- und Umbau der organischen Substanz) um etwa das doppelte gegenüber unbepflanzten Schlammtrockenbeeten.

     Die Pflanzen können dem Klärschlamm mit hohem Druck  Wasser entziehen und über die Blattflächen verdunsten.

     Schilf verbessert die Wasserleitfähigkeit des durchwurzelten Schlammes und fördert somit dessen selbsttätige Entwässerung zu den Dränagen.

     Die ständig wachsenden Rhizome und Wurzeln sorgen für eine fortwährende Auflockerung und Strukturierung des sedimentierten Klärschlammes. Während der obere Horizont noch durch Eisensulfid schwarz gefärbt ist und eine breiige Konsistenz aufweist besitzen die unteren vererdeten Schichten eine braune Färbung, sind geruchsfrei und zeigen ein lockeres weitestgehend entwässertes humoses Krümelgefüge auf.

     Stoffaufnahme und -abgabe durch die Pflanzenwurzeln verbessern zusätzlich die Wasserabscheidung des Klärschlamms.

     Nach fortgeschrittener Schlammvererdung stellen sich auch für Kompostwürmer (Eisenia foetida) ausreichende Lebensbedingungen ein, die dann stark zur weiteren Umsetzung des entwässerten Klärschlamms beitragen.

Die Rückbelastung der biologischen Stufe der Kläranlage durch das Sickerwasser (z.B. in Form von organischen Kohlenstoffverbindungen und Gesamtstickstoff) ist erheblich gegenüber konventionellen Schlammbeeten vermindert.

  Die erste Klärschlammvererdungsanlage haben wir 1988 gebaut, in Lahstedt-Münstedt (Niedersachsen). Die Gemeinde hat diese Form der naturnahen Klärschlammbehandlung inzwischen auf drei Ortsteile erweitert. 2002 wird auch der Ortsteil Groß-Lafferde mit einer solchen Anlage (4.500 m²) ausgestattet.

 

In Naumburg (Hessen) steht das Schilf flächendeckend bis zu 4 m hoch bei einer Belastung von 40 kgTS/m² x a.

Siehe dazu auch Pressemitteilungen

  Im August 2001 wurde von uns die Bepflanzung der Klärschlammvererdungsanlage Bad Emstal mit speziell klärschlammadaptierten Schilfökotypen durchgeführt (6.050 m²).

Klärschlammvererdungsanlage Bad Emstal, erste Vegetationsperiode

Tagesaktuelle Bilder finden Sie unter http://www.bauwerke-online.de/