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Klärschlammvererdung |
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Schilfbepflanzte
Klärschlammvererdungsbecken
Kurzbeschreibung Klärschlammvererdung: Anaerob
oder aerob stabilisierter Klärschlamm wird periodisch auf schilfbepflanzte
Trockenbeete aufgebracht. Die Pflanzen durchwurzeln und durchwachsen den
aufgelandeten Schlamm und gewährleisten eine beschleunigte Schlammentwässerung
und -mineralisierung. Die Wasserabgabe erfolgt über Verdunstung und vor
allem über Dränagen, die auf den foliengedichteten Beetsohlen liegen.
Es erfolgt eine Volumenreduzierung der aufgebrachten Nassschlämme um ca.
90 %. Die Schilfbeete werden etwa 8 - 12 Jahre ohne Räumung betrieben.
Je nach Verwendungszweck kann die Klärschlammerde dann nachkompostiert,
direkt landwirtschaftlich oder thermisch verwertet werden oder zur Rekultivierung
und im Landschaftsbau Verwendung finden. Die
Rolle der Schilfpflanzen Der
Klärschlamm erfährt in den Trockenbeeten im Laufe der Zeit eine tiefgreifende
und nachhaltige Umwandlung in ein immer bodenähnlicheres Substrat. Hierfür
sind u.a. die folgenden Vorgänge im Wurzelraum der Pflanzen verantwortlich:
Schilf trägt über den Halm Luftsauerstoff in den Wurzelraum ein,
wodurch sich hier eine außerordentlich zahlreiche und mannigfaltige Bakterienwelt
einstellt, die zum Abbau der organischen Substanz führt (Mineralisation).
Die Schilfbepflanzung intensiviert die mikrobiologische Aktivität (Ab-
und Umbau der organischen Substanz) um etwa das doppelte gegenüber unbepflanzten
Schlammtrockenbeeten.
Die Pflanzen können dem Klärschlamm mit hohem Druck
Wasser entziehen und über die Blattflächen verdunsten.
Schilf verbessert die Wasserleitfähigkeit des durchwurzelten Schlammes
und fördert somit dessen selbsttätige Entwässerung zu den Dränagen.
Die ständig wachsenden Rhizome und Wurzeln sorgen für eine fortwährende
Auflockerung und Strukturierung des sedimentierten Klärschlammes. Während
der obere Horizont noch durch Eisensulfid schwarz gefärbt ist und eine
breiige Konsistenz aufweist besitzen die unteren vererdeten Schichten
eine braune Färbung, sind geruchsfrei und zeigen ein lockeres weitestgehend
entwässertes humoses Krümelgefüge auf.
Stoffaufnahme und -abgabe durch die Pflanzenwurzeln verbessern
zusätzlich die Wasserabscheidung des Klärschlamms.
Nach fortgeschrittener Schlammvererdung stellen sich auch für Kompostwürmer
(Eisenia foetida) ausreichende Lebensbedingungen ein, die dann stark zur
weiteren Umsetzung des entwässerten Klärschlamms beitragen.
Die Rückbelastung der biologischen Stufe der Kläranlage durch das
Sickerwasser (z.B. in Form von organischen Kohlenstoffverbindungen und
Gesamtstickstoff) ist erheblich gegenüber konventionellen Schlammbeeten
vermindert.
In
Naumburg (Hessen) steht das Schilf flächendeckend bis zu 4 m hoch bei
einer Belastung von 40 kgTS/m² x a. Siehe dazu auch Pressemitteilungen
Klärschlammvererdungsanlage Bad Emstal, erste Vegetationsperiode
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